Mitarbeiter finden - diese Fehler solltest du vermeiden


Die 7 häufigsten Fehler beim Rekrutieren!

                                                                                                                      19. März 2023 / 5 min read


Viele Unternehmer:innen wollen es jetzt richtig machen. Und greifen sogar in den Geldbeutel. Denn sie glauben, dass qualifizierte Bewerber:innen nur über die großen Jobportale zu finden sind. Aber die kosten eben auch schnell mehr als 1000€ pro Anzeige.


Und wenn dann kein guter Mitarbeiter gefunden wurde, ist der Frust groß und der Fachkräfte-Mangel muss als Erklärung herhalten.


Das Problem dabei ist jedoch meist ein anderes. Hier stelle ich dir die 7 häufigsten Fehler bei der Mitarbeitersuche vor und was du beachten solltest.



Fehler 1: Keine klare Vorstellung vom idealen Bewerber

Deine Stellenanzeigen-Inhalte haben mehr Einfluss als du denkst. Welche Zielgruppe möchtest du mit deiner Anzeige ansprechen? Hast du einen Wunschkandidaten im Kopf? Hier geht es mir nicht um das Alter, Geschlecht und Herkunft. Das wäre diskriminierend und ist gesetzlich geregelt. 

Vielmehr geht es um Persönlichkeit, Arbeitsweisen und Fachwissen. Um Interessen und Bedürfnisse deines Wunsch-Team-Mitglieds. Je mehr du dir darüber im Klaren bist, umso gezielter kannst du das Wording und die Inhalte in der Stellenausschreibung anpassen. 
Und auch geeignete Personalmarketing-Maßnahmen ableiten.



Fehler 2: Zu komplizierte Stellentitel

Ich kann verstehen, dass du dich als Arbeitgeber auch durch Kreativität abheben möchtest. Aber bitte nicht im Stellen-Titel

Überleg mal: Wie sucht ein Bewerber nach freien Stellen? I.d.R. gibt dieser in der Suchleiste des Stellenportals zum Beispiel ein: „Vertrieb“. Wenn das sein gewünschtes Arbeitsfachgebiet sein soll. Er oder sie wird nicht unbedingt eingeben: „Mitarbeiter/in Vertriebsinnendienst“ oder gar „Lead-Controller im Backoffice“. 

Denn die Suchfunktionen der Jobportale sind nicht immer so ausgerichtet, dass sie nur einzelne Wortfetzen mit geposteten Stellen in Verbindung bringen. Je klarer und allgemeingültig der Stellentitel, umso einfacher wird deine Stelle gefunden.


Fehler 3: Zu wenig Recruitment - Mix

Als Recruitment-Mix bezeichnet man die vielfältigen Marketing-Maßnahmen, um Bewerber zu generieren. Also Reichweite zu erzeugen. Als ich vor 18 Jahren im Personalwesen angefangen habe, musste ich nicht viel Aufwand betreiben. Es gab immer ausreichend Bewerber. Das ist heute nicht mehr so.


Verlässt du dich also nur auf das Posting der Stelle auf deiner Homepage oder einen geteilten Link in Social-Media oder nur auf die teure Anzeige bei Stepstone & Co, kann das zu wenig sein.


Fehler 4: Zu viel Textwüste in der Stellenanzeige

Die meisten Bewerber suchen am Handy nach interessanten Stellenanzeigen. Wie genau liest du dir in der Bahn oder abends auf dem Sofa lange Texte auf Homepages durch? Vermutlich überfliegst du nur und scrollst zügig weiter. Das machen Bewerber auch. 


Und je unstrukturierter und überfrachteter eine Stellenanzeige geschrieben ist, umso eher klickt dein potentieller Bewerber weiter. Und interessiert sich nicht mehr für den eigentlichen Inhalt.


Fehler 5: Keine Arbeitgeber-Informationen im Netz zu finden

Alle größeren Unternehmen haben sie bereits: Die Karriereseite auf ihrer Homepage. Immerhin. Das ist zwar kein Patentrezept, denn auch Bewerber glauben nicht alles, was ein Unternehmen tolles über sich berichtet. Aber es ist besser als nichts. 


Solltest du also noch am Anfang stehen und keine Karriereseite haben oder noch keine Mitarbeiterbewertungen auf Arbeitgeberportalen vorweisen können: Dann sorge dafür, dass Interessenten sich ein Bild von dir als Firma machen können. 


Ob auf deiner Homepage oder in Social Media. Ein gut platzierter Link in der Stellenanzeige und ein attraktiver und wirklich authentischer Auftritt als Arbeitgeber ist inzwischen eine Grundvoraussetzung bei der Einstellungsarbeit.


Fehler 6: Zu hohe Anforderungen und zu wenig zu bieten

Oftmals wollen Arbeitgeber alle erdenklichen Anforderungen in der Stellenanzeige erwähnen, damit sich auch nur die richtig guten Bewerber melden. Und manchmal auch, um bei einer Absage Argumente aufweisen zu können, wenn etwas nicht gepasst hast. 


Es gibt allerdings auch Persönlichkeiten, die so etwas abschreckt. Schau also genau hin, welche Erwartungen du stellst und unterscheide zumindest in zwingend nötig und wünschenswert. (Du kannst auch nice-to-have schreiben.)


Wenn du dann auch noch wenig zu bieten hast, im Vergleich zu anderen Arbeitgebern: Warum sollte sich jemand dann bei dir bewerben? Klar, die großen Firmen können manchmal bessere monetäre Anreize setzen. 


Mit Sicherheit gibt es aber auch etwas, was dich als Arbeitgeber besonders macht. Und nur du zu bieten hast. Stell das unbedingt heraus, um aus Interessenten auch Bewerber zu generieren. (Das nennt man übrigens Conversion).


Fehler 7: Zu lange Wartezeiten nach der Bewerbung für Rückmeldung

Hat nun deine Stellenanzeige konvertiert, also du weißt schon, Interessenten haben auch eine Bewerbung an dich gesendet: Dann warte nicht zu lange, um dich bei ihnen zu melden. Gute Bewerber sind sonst schnell wieder weg vom Arbeitsmarkt. Und es kann das ein schlechtes Bild auf dich als Arbeitgeber werfen. 


Schaue also täglich in dein Bewerber-Postfach, sobald deine Stelle gepostet ist und kommuniziere zeitnah mit deinen Bewerbern.


Fazit: 

Wenn du also kraftvoll mit deiner Einstellungsarbeit beginnen möchtest, vermeide diese Fehler und glänze bereits zu Beginn im Recruiting-Prozess mit Qualität. Nutze deine Zeit für eine gute Vorbereitung bei der Stellenbesetzung, bevor du blindlinks irgendwelche Maßnahmen startest. 


Natürlich gibt es auch noch viele Fallstricke im weiteren Verlauf des Einstellungsprozesses. Und je mehr du verstehst, was Bewerber wollen, umso besser kannst du dich darauf einstellen und gutes Personal für dich gewinnen.

Übrigens: In meinem Lern-Workshop, kannst du noch mehr darüber erfahren.


Ich wünsche dir viel Erfolg und eine bewerberorientierte und klare Haltung.



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